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(Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2010)

Die demographische Entwicklung und der wirtschaftliche Strukturwandel zeigen unübersehbare Spuren in den Städten und Gemeinden. Brachflächen und leer stehende Gebäude verdeutlichen den Handlungsbedarf. Mit dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm Stadtumbau West steht den Städten und Gemeinden ab 2004 ein neues Förderinstrument zur Verfügung, um die mit dem Strukturwandel verbundenen städtebaulichen Probleme planvoll zu bewältigen und gezielt Impulse für neue Entwicklungen zu setzen.

Weitere Informationen zum Stadtumbau West:

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern

Stadtentwicklungskonzept Bamberg

Eine der Voraussetzungen für das Programm „Stadtumbau-West" ist die Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzeptes („SEK"). Der Prozess zur Entwicklung eines SEK für Bamberg ist erfolgreich angestoßen worden. Das SEK Bamberg wird aus Mitteln des Stadtumbau-West gefördert.
Aktuelle Informationen über den Fortgang des Prozesses finden Sie in Kürze hier.

Im Vorfeld des SEK wurde im Rahmen des Stadtumbau-West bereits das Gutachten „Kernstadt-Stadtentwicklungsplan Wohnen mit besonderer Berücksichtigung der möglichen militärischen Konversion - Wohnraumversorgungskonzept für die Stadt Bamberg bis 2020" durch das Pestel-Institut erarbeitet.

Der Titel dieses Gutachtens macht deutlich, dass sich für Bamberg im Falle des Abzugs des Militärs enorme Herausforderungen aber auch Chancen ergeben werden. Herausforderungen, für die unter Umständen der „Stadtumbau-West" die richtigen Antworten bereithält.

Solange Bamberg aber Garnisonsstandort ist, ist die zentrale, größte und wichtigste Herausforderung im Stadtumbau-West die sogenannte „Erba"-Industriebrache im Norden der Stadt.

Erba und Landesgartenschau

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Luftbild

Das insgesamt 20 Hektar große Stadtumbau-West-Gebiet „Entwicklung der Erba-Brache - Nördliche Insel Bamberg" (so der offizielle Titel) befindet sich im Stadtteil Gaustadt, ca. zwei Kilometer vom Innenstadtzentrum Bambergs entfernt, auf der nördlichen Inselspitze zwischen den zwei Flussarmen der Regnitz. Die reichlich verfügbare Wasserkraft hatte hier im 19. Jahrhundert die frühe Ansiedlung einer Textilfabrik begünstigt. 1927 schloss sich das Unternehmen mit der Baumwollspinnerei Erlangen zusammen und hieß seitdem Baumwollspinnerei Erlangen - Bamberg („Erba"). Der Ausbau und die Erweiterung sowie die Ergänzung des Geländes mit Werkswohnungen führten zu einer immer umfassenderen Bebauung. Zeitweise beschäftigte das Unternehmen über 1.500 Menschen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann der Niedergang der Textilindustrie in Mitteleuropa. Auch die Erba verlor mehr und mehr Marktanteile und musste seine Existenz über den Verkauf von unbebauten Grundstücken und Wohngebäuden sichern. Als auch diese Reserven aufgezehrt waren, kam es 1992 schließlich zur endgültigen Stilllegung der Produktion. Zurück blieb eine schulden-, biotop- und altlastenbefrachtete Industriebrache mit gründerzeitlicher Bausubstanz von hohem Charme in städtebaulich hervorragender Lage.

Von Vornherein hat die Stadt Bamberg strikt die Haltung vertreten, dass die Wiederbelebung des Areals nicht über großflächigen Einzelhandel erfolgen darf. Vielmehr stand von Vornherein fest, dass das Gelände aufgrund seiner besonderen Lage (Inselspitze und innenstadtnah) höherwertig genutzt werden muss, auch wenn die Verwirklichung dieser Nutzung länger dauern wird, als die rasche Ansiedlung von Supermärkten mit Großparkplätzen. Erste städtebauliche Konzepte ließ die Stadt Bamberg im Rahmen des „Europan 4"-Wettbewerbes erarbeiten. Ziel war eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Dienstleistung und öffentlichen Grünflächen.

Die juristische Restmasse der Erba erlebte unterdessen mehrere Eigentümerwechsel. In dieser Zeit konnte als erster Erfolg das denkmalgeschützte Erba-Wasserkraftwerk an einen Kraftwerksbetreiber aus München verkauft werden.

Im Jahr 2002 gelang der Stadt Bamberg die erfolgreiche Bewerbung um die Landesgartenschau 2012. Seitdem ist eine strategische Zielmarke für die Stadtentwicklung gesetzt. Die Entwicklung einer großen Industriebrache in privater Hand unter den Bedingungen von Altlasten, Biotopen und Schulden stellt allerdings eine große Herausforderung dar, die nur durch das Ineinandergreifen vieler Akteure und Instrumente erfolgreich gelingen kann.

Vor diesem Hintergrund und vor dem Hintergrund der zusätzlichen Herausforderungen eines nie ganz auszuschließenden Abzuges der US-Truppen aus Bamberg ist es der Stadtsanierung 2004 erfolgreich gelungen, mit einem schlüssigen Gesamtkonzept das Projekt „Entwicklung der Erba-Brache - Nördliche Insel Bamberg" in das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm III Stadtumbau-West hineinzuführen. Die Gebietskulisse des Stadtumbau-West in Bamberg umfasst dabei nicht allein die Erba, sondern auch die Flussufer beider Flussarme bis auf hinauf zur Markusbrücke und zur Löwenbrücke.

Diese erweiterte Gebietskulisse ist sinnvoll, weil die Wiederbelebung der Erba nur gelingen kann, wenn auch der weitere Umgriff mit seinen wichtigen Erschließungsaufgaben und seinen Stadtentwicklungspotenzialen mit einbezogen wird.

Landesgartenschau 2012
Sanierungsgebiet „Erba-Süd"
Bamberg erhält Landesgartenschau 2012! (25.02.2002)
Baureferat stößt Tor zur Landesgartenschau weit auf (21.12.2004)
Erba-Gelände gesichert (3.7.2006)
Erba - Weiterer wichtiger Schritt (17.11.2006)
Bamberg bekommt einen neuen Park (23.07.2007)
Erba Süd wird Sanierungsgebiet (24.04.2009)
Bambergs größte Baustelle (14.08.2009)
Brückenschlag im Stadtumbau (01.07.2010)
Viel Neues zu bestaunen - PDF (02.07.2010)
Erste Kunden sehen fern übers schnelle Glasfasernetz - PDF (16.07.2010)
Uferweg zwischen Markus- und Friedensbrücke: Wasserwirtschaftsamt und Stadt Bamberg unterzeichnen Vertrag (16.07.2010) 

 
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